The Joy of Prompting

„The Joy of Prompting“ ist der Titel unseres Projekts für Jugendliche ab 14 Jahren, das wir im Juli erstmals in Kooperation mit der Kunsthalle Bremen durchgeführt haben. Es ging – kurz gesagt – um Kunst und Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz findet bereits in vielen Bereichen unseres Alltags Anwendung, sie verändert gerade unsere Welt und gilt als DIE Zukunftstechnologie. Ein spannendes Thema also, auf das sich ein genauerer Blick lohnt. Wir wollten Jugendlichen einen spielerischen Zugang zum Thema KI ermöglichen und gemeinsam in die Diskussion einsteigen.

Zwei Tage haben wir gemeinsam mit einer Gruppe interessierter Jugendlicher in der Kunsthalle verbracht und auf Basis der alten Meisterwerke eigene Versionen gestaltet. Die Jugendlichen haben ihre Ideen und Vorstellungen dabei mithilfe von KI umgesetzt. Das Ausprobieren und Selbermachen stand dabei im Vordergrund.

Wir starteten mit einer Einführung in das Themenfeld Künstliche Intelligenz: Welche Anwendungen sind bekannt? Wie wird KI unsere Gesellschaft verändern, welche Chancen und Risiken erwarten wir durch die neue Technologie? Zur Sprache kamen dabei Risiken wie Fehleranfälligkeit oder die Reproduktion von Vorurteilen, aber auch Chancen wie z.B. gewinnbringende Mustererkennung bezüglich des Klimawandels.

Zur Einstimmung auf das Thema Kunst hat uns eine Kunstpädagogin durch die Ausstellung geführt und die Jugendlichen haben gelernt, ein Werk als Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes zu verstehen. Wir haben alte Werke aus zeitgenössischer Perspektive diskutiert: Wie würde wohl ein Selfie von Picassos Sylvette aussehen? Wartet in Nighthawks von Edward Hopper jemand auf ein Tinderdate? Lächelt die Mona Lisa nur wegen eines Gesichtsfilters?

Nach der historischen Einordnung haben wir uns mit DALL-E 2 an einen Remix der Meisterwerke gewagt: Die Jugendliche lernten, mit der KI zu kommunizieren (zu prompten) und haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Mit den Ideen der Jugendlichen entstanden digitale Versionen der Gemälde und wir waren beeindruckt von den unglaublichen Möglichkeiten der KI-Bildgeneration. Am Ende wurden die Ergebnisse per Augmented Reality über die Originalwerke gelegt, so dass Vergangenheit und Gegenwart auf zauberhafte Weise miteinander verschmolzen.

Mit Chat GPT haben wir Bildbeschreibungen erstellt und zwar in unterschiedlicher Form nach den Wünschen der Jugendlichen: Die so entstandenen Rap-Songs, Gedichte und Texte wurden als Audiospur aufgenommen und gemeinsam mit den originalen und neu enstandenen Werken auf Merge-Cubes gesichert.

Bei der abschließenden Diskussion beschäftigten uns unter anderem Fragen nach dem Wert eines Kunstwerks: Wenn wir mit der KI sehr einfach in kürzester Zeit großartige Ergebnisse erzielen können – was ist ein handgemachtes Kunstwerk dann noch Wert? Kann ein KI generiertes Bild genauso ausdruckstark sein wie ein Originalmeisterwerk?

Jugendliche sind ihrem Alltag einer großen digitalen Bilderflut ausgesetzt – die beschauliche Atmosphäre der Kunsthalle hat der Gruppe einen anderen Zugang zu Bildern ermöglicht. Durch die intensive Auseinandersetzung mit einem selbstgewählten Gemälde haben sie einen persönlichen Bezug zu „ihrem“ Meisterwerk der Sammlung entwickelt. Die Jugendlichen wurden dadurch zum Versinken in andere Welten angeregt und spürten die große Bedeutsamkeit und Ausdruckskraft der Klassiker sehr bewusst.

Alles in allem blicken wir auf zwei intensive und – aus unserer Sicht – erfolgreiche Tage zurück: Die Jugendlichen haben sich mit Spaß eine neue Technologie angeeignet und sie für nach ihren Vorstellungen kreativ eingesetzt. Sie haben sich kritisch mit dem Thema KI auseinandergesetzt, mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft diskutiert und einen Blick auf Chancen und Risiken geworfen. So ist ein Impuls gesetzt, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen, an gesellschaftlichen Diskussionen teilzuhaben und die Zukunft mitzugestalten.
 


Die Resonanz


Die Jugendlichen haben sich mit großem Interesse von den Kunstwerken inspirieren lassen und die (auch für sie) neue Technologie eingesetzt. Der Wunsch nach einem Folgeworkshop wurde mehrfach geäußert.

Auch unserer Kooperationspartner – die Kunsthalle Bremen – war angetan von unserem gemeinsamen Angebot. Weitere Durchführungen sind fest geplant.

Die Ausschreibung des Projektes hat nicht nur Jugendliche erreicht, sondern hat auch die Aufmerksamkeit potentieller Kooperationspartner auf sich gezogen: Weitere KI-Kunst-Workshops sind daher bereits mit der Heinrich Böll Stiftung und dem Paula Modersohn-Becker Museum vereinbart.

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