In den vergangenen Jahren ist der Ton in den sozialen Netzwerken rauer geworden und menschenverachtende Positionen sind zunehmend salonfähig. Nicht selten gingen verbale Entgleisungen auch mit rassistisch oder antisemitisch motivierter physischer Gewalt einher. Doch was tun? Um eine Antwort darauf zu finden haben wir unsere Kompetenzen in den Bereichen Medienpädagogik und Rechtsextremismus gebündelt und das Projekt #denk_net ins Leben gerufen.

 

Im Rahmen des Projekts haben wir Workshop-Module für Jugendliche ab 14 Jahren entwickelt, in denen wir junge Menschen darin unterstützen, sich im Netz zurecht zu finden und eine faire Umgangsweise einzuüben. Wir bieten ihnen einen Raum, ihre Medien- und Informationskompetenz zu reflektieren, diskriminierende Strukturen zu erkennen und sich für eine (digitale) Zivilgesellschaft einzusetzen.

 

Wir haben bewusst Angebote entwickelt, die an den Lebensalltag junger Menschen anknüpfen, die Spaß machen und die die Jugendlichen aktiv miteinbeziehen: Sie diskutieren in Kleingruppen, arbeiten mit verschiedenen digitalen Tools (z.B. Kahoot-Quiz oder Actionbound), recherchieren unter Anleitung selbstständig im Netz und bekommen Raum, kreativ zu sein. So wollen wir die Zielgruppe nicht nur auf einer kognitiven, sondern auch auf einer emotionalen Ebene ansprechen.

 

Die folgenden zehn Module sind einzeln oder als Paket buchbar und sie umfassen 1-3 Seminartage:

  • #Wahr oder Fake? Welchen Quellen im Netz können wir Glauben schenken? Woran erkennen wir sog. „Fake News“? Und was ist eigentlich das Gefährliche daran?
  • #Hate Speech Hass und Hetze sind im Netz an der Tagesordnung. Welche Gruppen sind besonders betroffen? Stecken Muster dahinter? Und vor allem: Wie können wir uns gemeinsam für eine Zivilgesellschaft im Netz stark machen?
  • #Spürnasen Rechte Akteure nutzen gezielt digitale Medien, um Jugendliche zu begeistern. Woran sind rechtsextreme Profile in sozialen Netzwerken zu erkennen? Welche Strategien stecken dahinter? Und was können wir tun, wenn wir im Netz auf rechte Inhalte stoßen?
  • #Hey, ich schwöre, das stand so im Netz! In unserer komplexen Welt liefern Verschwörungsideologien scheinbar einfache Erklärungen. Die Welt wird eingeteilt in Gut und Böse, die da oben und wir hier unten. Kennt ihr Verschwörungsideologien? Welche Funktionen haben sie? Und was hat das alles mit Antisemitismus zu tun?
  • #Phrasen-Trasher „Wir werden überfremdet“ und „Die da oben machen eh, was sie wollen!“ – sowohl am Stammtisch als auch im Netz wird mit Parolen Stimmung gemacht. Doch wer verbreitet solche Botschaften und warum? Stimmt das, was da behauptet wird? Und was können wir Parolen entgegensetzen?
  • #Was heißt hier eigentlich ‚Lügenpresse‘? Wie entstehen seriöse Nachrichten? Wie sieht verantwortungsvoller Journalismus aus? Ist der Vorwurf ‚Lügenpresse‘ berechtigt und was verbirgt sich dahinter?
  • #Gerüchteküche In Zeiten globaler Vernetzung verbreiten sich Inhalte rasant – auch Halbwahrheiten. Wer sie in die Welt gesetzt hat, bleibt häufig verborgen. Wir verfolgen den Weg von Gerüchten in digitalen Kommunikationsräumen und schätzen die damit verbundenen Risiken ein.
  • #Schwarzer Humor „Schwarzer Humor“ beruht oft auf Stigmatisierungen und bezieht seinen „Witz“ aus der Abwertung von Menschen(-gruppen). Aber wie sind solche Witze für Betroffene? Sollte alles, was für einen Lacher sorgt, bei Whatsapp weitergeleitet werden? Wie verhalte ich mich, wenn in einer Gruppe solche Witze gemacht werden? Gibt es rechtliche Grenzen? Oder vielleicht moralische?
  • #Ist doch klar?! Volksverhetzung, Beleidigung, Verleumdung – Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit und wann wird es strafrechtlich relevant? Welche rechten Symbole sind erlaubt und welche verboten? Und was hat sich durch das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz geändert?
  • #Social Bots Social Bots beruhen auf Algorithmen und imitieren menschliches Verhalten. Jugendliche lernen etwas über Funktionen und Auswirkungen solcher Bots, z.B. im Wahlkampf oder in der Werbung.

Sie möchten kreative Methoden und digitale Tools für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen kennenlernen? Vom 19.-21.11. findet im LidiceHaus unsere Train-the-Trainer Fortbildung für Multiplikator*innen der Jugendarbeit statt: „Aktiv werden gegen Hate Speech, Fake News und rechte Verschwörungen“. Nähere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier: mysoz.de/nofake.

 

Im April 2017 veröffentlichten wir unsere Konzeptidee in dem Artikel „Wir müssen die rechte Gehirnhälfte erreichen“. Nachzulesen in dem Buch „Online Hate Speech – Perspektiven auf eine neue Form des Hasses“ in der Schriftenreihe zur digitalen Gesellschaft NRW von Kai Kaspar, Lars Gräßler und Aycha Riffi (Hg.).

 

#denk_net ist wird als Modellprojekt zur Radikalisierungsprävention durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.