Das ServiceBureau Jugendinformation entwickelt gemeinsam mit der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie bzw. das LidiceHaus ein Konzept für die außerschulische Jugendbildung zum Umgang mit Hate Speech und Verschwörungstheorien.

Ziel des Konzeptes ist es, jungen Menschen eine kritische Informationskompetenz im Bereich „Hate Speech“ und Verschwörungstheorien zu vermitteln und mittels Projekten, Methoden und praktischen Hilfestellungen in ihrem Medienhandel zu stärken.
Dieses Konzept versucht – anders als die bisherigen Methodenanleitungen – mit Jugendlichen nicht nur auf der rein kognitiven Ebene zu arbeiten.
Bislang gibt es einige pädagogische Konzepte zur schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, die sich mit dem Thema „Hate Speech“ befassen. Diese setzen meistens auf die kognitiven Fähigkeiten der Jugendlichen, in dem sie einen kritischen Umgang mit „Hate Speech“ auf einer rein formalen Ebene vermitteln. Hassreden bzw. -posts im Internet sind jedoch in der Regel höchst emotional aufgeladen und die Weltbilder, die dort imaginiert und vertreten werden, sind kognitiv nicht immer erklärbar. Der Annahme folgend, dass ein Anknüpfen an die kognitiven Fähigkeiten der Jugendlichen nicht ausreicht, um die Inhalte, die im Internet verbreitet werden kritisch zu hinterfragen, bieten wir ein Konzept, das auf einer emotionalen Ebene ansetzt. Dabei knüpfen wir direkt an den Alltag der Jugendlichen an und vermitteln ihnen durch den Einsatz methodischer Elemente, eine Sensibilität für den Wahrheitsgehalt der Inhalte, die im Internet Verbreitung finden.

Das ServiceBureau Jugendinformation hat in Kooperation mit dem LidiceHaus unterschiedliche Ideen für Module für die praktische Seminararbeit mit jungen Menschen erarbeitet. Anfang März testeten wir diese Modulideen in einer Schule in Bremen Walle.

Die Ergebnisse präsentierten wir auf dem Fachtag am 23.3.2017 im LidiceHaus Bremen. Auf dem Fachtag unterstützten uns versierte Fachmenschen vom Grimme Institut, der Amadeu Antonio Stiftung und NoHateSpeech Deutschland mit spannenden Vorträgen.

Veröffentlichungen:

  • Im April 2017 veröffentlichten wir unsere Konzeptidee in dem Buch ” Online Hate Speech – Perspektiven auf eine neue Form des Hasses” in der Schriftenreihe zur digitalen Gesellschaft NRW, Kai Kaspar, Lars Gräßer, Aycha Riffi (Hrsg.) in dem Artikel  “Wir müssen die rechte Gehirnhälfte erreichen”. Das Autorenteam waren Markus Gerstmann, Lea Güse und Lisa Hempel
  • Zehnteilige Radiokampagne “Gegen Hass im Netz ” mit Radio Energy Bremen vom 29.3. bis 31.5.2017

Vorträge:

Module:

  • Hey, ich schwöre, das stand so im Netz
  • Wahr oder Fake?
  • Gegenstrategien
  • Gerüchte-Küche
  • Phrasen-Trasher
  • Spürnasen
  • Schwarzer Humor
  • Ist doch klar
  • Lügenpresse
  • Social Bots
  • Verschwörungstheorien
  • Meinungsbarometer

Workshops:

08.03.2017 Projekttag an der Oberschule Waller Ring

Wir freuen uns sehr, dass wir für die erste Projektidee am 10.11.16 den Medienkompetenzpreis ” Das Ruder” von der Landesmedienanstalt Bremen erhalten haben. Ohne diese Anschubfinanzierung, sowie eine Finanzierung der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport in Bremen mit dem Bundesprogramm “Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit”  des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.  wäre die Konzepterarbeitung nicht möglich gewesen.

Ab August 2017 wird das ServiceBureau endlich die Ressource haben, die Module und die dazugehörigen Materialien zu entwicklen.  2018 können wir die Workshopmodule anbieten.