Absolviert habe ich mein Praktikum bei Markus Gerstmann, um einen praktischen Einblick in das Tätigkeitsfeld der Medienpädagogik zu bekommen.

Das Interesse mich kritisch mit Medien auseinanderzusetzen ist zum einen biografisch bei mir verankert, weil ich seit meinem Kindesalter Computerspiele spiele und digitale Medien zu einem festen Bestandteil meiner Lebenswelt geworden sind, wie es bei eigentlich fast jedem Menschen mittlerweile der Fall ist. Dennoch beobachtet man oft Menschen, Erwachsene wie Kinder, die digitale Angebote scheinbar unhinterfragt nutzen, indem sie z.B. ihr gesamtes Leben auf Facebook posten oder Inhalte teilen und kommentieren, ohne diese auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Im Lehrplan meines Studiums ist eine kritische Auseinandersetzung mit Medien erst im 7.Semester vorgesehen, dennoch habe ich mich, wenn möglich, schon vorher in unterschiedlichen Modulen mit medienpädagogischen Themen auseinandergesetzt. Um nun auch einen Einblick in die Praxis von medienpädagogischer Arbeit zu erhalten fragte ich bei Markus Gerstmann an, ob ich mein Praxissemester bei ihm absolvieren kann und hatte Glück.

Im ServiceBureau habe ich mich sehr schnell gut aufgehoben und als Mitglied des Teams wahrgenommen, was den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ServiceBureaus zu verdanken war. Ich wurde herzlichst von allen im Büro willkommen geheißen und kam schnell in Kontakt mit allen. Wichtig für mich war auch, dass dieser Kontakt auf Augenhöhe bestand und ich niemals das Gefühl hatte, dass meine Meinung als Praktikant kein Gewicht hat. Ganz im Gegenteil wurde ich in viele Prozesse mit eingebunden und wurde von den Kolleginnen und Kollegen immer wieder nach meiner Meinung gefragt. Auch die Tatsache, dass ich an allen internen und externen Treffen und Besprechungen teilnehmen konnte vermittelte mir ein Gefühl der Zugehörigkeit. Nur dadurch, dass ich Markus zu beinahe all seinen Organisationstreffen, Elternabenden, Fachtagen und Fortbildungen begleiten konnte habe ich einen sehr guten Einblick in die Praxis seiner Arbeit bekommen können.

Ein Schwerpunkt meines Praktikums war die Mitarbeit an dem Projekt #denk_net. Für dieses habe ich recherchiert, wie und wo Hate-Speech im Internet auftritt, welche Strategien es dagegen gibt und mir selbst Gedanken darüber gemacht, wie man mit Kindern und Jugendlichen zu dieser Thematik arbeiten kann. Highlights dabei waren die Teilnahme an der Preisverleihung „Das Ruder“ und an einem Workshop, an dem die entwickelten Module mit Jugendlichen durchgeführt worden sind.

Viel Freude hat mir vor allem die Teilnahme an ExpertInnenkonferenzen gemacht. In diesen Workshops haben wir mit Schülerinnen und Schülern zu ihrem Medienkonsum und ihren Umgang mit digitalen Medien gearbeitet. In diesen konnte ich direkt mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen und gemeinsam mit ihnen kritisch über Mediennutzungsverhalten diskutieren. Spannend und neu für mich war vor allem, wie sie die digitalen Medien nutzen und wo die Unterschiede zu meiner eigenen Nutzung liegen. Ein Highlight für mich war es dann, als ich selbstständig eine ExpertInnenkonferenz durchführte, weil ich zuvor noch keinen Workshop geleitet hatte.

Insgesamt habe ich sehr viel aus meinem Praktikum im ServiceBureau mitnehmen können und das Interesse nach meinem Studium eine Tätigkeit mit medienpädagogischen Schwerpunkt zu finden hat sich nochmal erhöht.

Abschließend möchte ich mich daher nochmal beim gesamten Team für die schöne und lehrreiche Zeit bedanken!